Besprechung im Interdiszipliären Team

Allgemeinmedizin - Diagnostik & Therapie

Chronische Schmerzpatienten  sind entsprechend der soziodemographischen Entwicklung zunehmend älter und weisen häufig  Begleiterkrankungen auf.  Insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Hyperurikämie oder Hyperlipidämien mit ihren Folgeerkrankungen, Niereninsuffizienz oder auch dementielle Entwicklungen können die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Patienten derart beeinträchtigen, dass das multimodale Behandlungskonzept angepasst werden muss. Hier fungiert  der Allgemeinmediziner als Koordinator, da er  kompetent die Leistungsfähigkeit und das Anforderungsprofil des älteren oder multimorbiden Patienten einschätzen kann.

Diese Patienten müssen aufgrund ihrer Begleiterkrankungen häufig eine Vielzahl unterschiedlicher Medikamente einnehmen, was sich komplizierend auf die Schmerzpharmakotherapie  auswirkt. Bei der Einstellung mit Schmerzmitteln müssen mögliche Interkationen bedacht, Nebenwirkungen erkannt und  richtig interpretiert werden. Zudem sind die Nebenwirkungen, die im Rahmen von medikamentösen Schmerztherapien auftreten können, bei älteren Patienten häufig schwerwiegender und weitreichender (z.B. Sturzgefahr bei Schwindel und Vigilanzminderung) und müssen im Vorfeld in eine Therapieentscheidung mit einbezogen werden.

Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen nehmen häufig gerinnungshemmende Medikamente ein, die aufgrund erhöhter Blutungsneigung keine interventionellen Eingriffe erlauben. Hier ist es von besonderer Bedeutung unter sorgfältiger Risiko-Nutzenabwägung die Indikation zur Medikamentenumstellung zu stellen und diese leitliniengerecht umzusetzen.

Die zusätzliche Ausbildung zum Manualmediziner erlaubt bei akuten und chronischen Schmerzen eine differenziertere Erfassung und Trennung von funktionellen und strukturellen Ursachen der Beschwerden. Hierdurch lassen sich vor allem die physiotherapeutischen Behandlungskonzepte sehr individuell an das Beschwerdebild des Patienten anpassen. Häufig lassen sich dann Schmerzen die im Vorfeld auf radiologisch nachweisbare strukturelle Veränderungen zurückgeführt wurden, als reversible funktionelle, häufig muskuläre Störungen identifizieren und entsprechend erfolgreich therapieren.

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