Psychotherapie
- Schmerz und Psyche
Schmerzen ohne eindeutige körperliche Erkrankung wurden
lange zu Unrecht als „nur“ psychisch bedingt betrachtet.
Es gibt eine Vielzahl sehr schmerzhafter körperlicher Funktionsstörungen,
die keine Krankheiten im klassischen Sinne sind und durch viele
Faktoren – auch Stress, Überlastung und Stimmungen – beeinflusst
sowie ausgelöst werden. Wir wissen inzwischen, dass auch
die langfristigen Auswirkungen eindeutig körperlich ausgelöster
Beschwerden sehr wesentlich durch günstige oder ungünstige
Versuche, das Schmerzproblem zu lösen, beeinflusst werden.
Schonung, Vermeidung von Aktivität und Rückzug – bei
akuten Schmerzen anfangs oft sinnvoll – führen auf
lange Sicht meist zu stärkeren und anhaltenden Schmerzen,
zu Angst vor bestimmten Bewegungen und körperlichem Abbau.
Umgekehrt führen Strategien wie Durchhalten, „Zähne
zusammenbeißen“ und „Kampf gegen den Schmerz“ auch
zu keinen Lösungen sondern sind nach einiger Zeit selbst
ein Teil des Problems.
Angemessene und langfristig erfolgreiche Lösungen bewegen
sich meist zwischen den beiden Polen Über- und Unterforderung.
Die Voraussetzung, einen sinnvollen eigenen Weg zu finden,
ist die sorgfältige Anamneseerhebung, das Gespräch über
wichtige private und berufliche Umstände, persönliche
Stärken und Schwächen. Davon ausgehend können
notwendige aber auch mögliche alltagsnahe Änderungen
geplant werden.
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