Konservative und
interventionelle Schmerztherapie
Ist aufgrund medizinischer oder persönlicher Gründe
eine ambulante oder tagesklinische Behandlung
nicht angezeigt oder erfolgversprechend, bieten wir bei therapieresistenten Beschwerden eine stationäre Behandlung an.
Hier steht die intensive individuelle Einzeltherapie im Vordergrund.
Die stationäre Behandlung im Rahmen der konservativen und interventionellen Schmerztherapie erfolgt u.a. bei:
- Schmerzbildern, die aufgrund ihrer Schmerzstärke
oder Behinderung ambulant nicht ausreichend behandelt werden
können
- Schmerzen, die sich als therapieresistent herausgestellt
haben und/oder aufgrund zusätzlicher Erkrankungen
(Komorbiditäten)
mit erheblichen Behinderungen verbunden sind
- akuten, heftigen Schmerzen infolge eines Bandscheibenvorfalles,
einer Nervenentzündung, einer aktivierten Arthrose
oder einer akuten Entzündung (ohne Infektion) wie
Herpes Zoster, Morbus Sudeck oder Nervenkompressionen
- ausgedehnten
Schmerzbildern oder mehreren Schmerzorten am gesamten Körper,
die sich zu einem komplexen Schmerzbild entwickelt haben
- medikamentöser
Neuorientierung bei ungünstiger Medikamenteneinnahme,
insbesondere bei Medikamentenabhängigkeit, die eine
Entzugsbehandlung erforderlich macht
Ein besonderer Bereich der stationären Behandlung ergibt
sich aufgrund kontrollbedürftiger interventioneller Maßnahmen,
d.h. Injektionen im rückenmarksnahen Bereich oder auch
in anderen komplexen Regionen. Dies gilt umso mehr,
wenn beim Patient Risikofaktoren wie Herzkreislaufinsuffizienz,
erhöhte Infektionsgefahr, schwierige anatomische Verhältnisse oder ein
ausgeprägter lokaler Befund bestehen, die eine ambulante
Durchführung nicht vertreten lassen.
Auch Katheteranlagen,
Schmerzpumpen, Nervenstimulatoren (SCS) und Sympathikolysen
im rückenmarksnahen Bereich sind aufgrund der erforderlichen
Kontrolle und Komplikationsgefahr stationäre Aufnahmeindikationen.
Interdisziplinäres multimodales
Therapieprogramm
In
der Klinik wird ein interdisziplinäres multimodales
Therapieprogramm durchgeführt, d.h. mehrere Fachdisziplinen
arbeiten gemeinsam und parallel, um die verschiedenen Schmerzorte
zu identifizieren und angehen zu können. Gerade hier
ist die Zusammenarbeit unter einem Dach mit gemeinsamen häufigen
Besprechungen und diagnostischen sowie therapeutischen Abstimmungen
Voraussetzung für den Therapieerfolg.
Für die Therapie chronischer Schmerzen müssen zur gleichen
Zeit eine medizinische und psychologische Behandlung sowie
physikalische und physiotherapeutische Therapiemaßnahmen
geplant und koordiniert sowie mit dem Patienten besprochen
und vereinbart werden. Jede Therapieform muss die andere
ergänzen und unterstützen. Bei Zustimmung wird
dieser Plan dem Patienten schriftlich mit seinen täglichen „Einzelbausteinen“ ausgehändigt.
Bei den täglichen Einzelvisiten wird die aktuelle Situation
des Patienten erfasst und die Therapieform oder
die Therapieintensität angepasst.
Im Schmerz-Zentrum hat jeder Patient einen persönlichen
Arzt, der für ihn verantwortlich ist. Zusätzlich
zu den regelmäßigen ein- bis zweimaligen Visiten
pro Tag werden in mehreren interdisziplinären Teambesprechungen
die diagnostischen Ergebnisse des einzelnen Patienten diskutiert
und die Behandlungsfortschritte besprochen. Auf der Basis
der diagnostischen Ergebnisse wird ein individueller Therapieplan
erstellt.
Die einzelnen Diagnostik- und Therapiebausteine sind im Kapitel "Interdisziplinäres Team" dargestellt. Interdisziplinäres
Team

Hilfe zur Selbsthilfe
Ein großer Vorteil der stationären Therapie liegt
darin, dass der Patient für eine bestimmte Zeit aus
seinem normalen Arbeits- und Familienumfeld heraus genommen
ist und sich – oft zum ersten Mal – auf die vielfältigen
diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten einer
Spezialklinik konzentrieren und einlassen kann.
Das heißt
unter anderem, dass Patienten gemeinsam mit Ärzten,
Psychologen, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Physiotherapeuten,
Schwestern und anderen Mitarbeitern ihre Schmerzen und körperlichen
und seelischen Funktionsstörungen im Detail analysieren
und ihre Leistungsfähigkeiten auf den verschiedenen
Gebieten im Alltag bestimmen können.
Wir klären
den Patienten über die Gründe der Schmerzentstehung
und des Andauerns der Beschwerden auf. Patienten und Ärzte
erstellen dann gemeinsam als Partner die Grundlagen für
eine erfolgreiche Therapie. Absolute Bettruhe ist dabei nicht
erwünscht und nur in Ausnahmefällen erforderlich.
Ziel unserer Behandlung ist letztlich die Stärkung der
Eigenkompetenz des Patienten durch ein verbessertes Schmerzverständnis
und die Entwicklung eines eigenständigen Behandlungsprogramms,
das später auch ambulant fortgesetzt werden kann. Unser
Angebot „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird zumeist
akzeptiert, da der Patient erkennt, dass er die zentrale
Rolle im diagnostischen und therapeutischen Prozess spielt.
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